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Miriam
und ihre große Liebe zu Pferden Unsere
Tochter Miriam ist 11 Jahre alt, seit gut zwei Jahren wissen wir, dass sie
am Tourette-Syndrom erkrankt ist. Zuerst war die Diagnose ein großer Schock für
uns und warf uns buchstäblich aus der Bahn. Inzwischen haben wir es
angenommen – dieses Tourette. Es wird Miriam ein Leben lang begleiten
und wir als Eltern sehen unsere Aufgabe darin, ihr die Stärke zu geben,
das Tourette anzunehmen und auszuhalten. Eine
große Hilfe dabei sind die Pferde. Als es in der Schule zu immer größeren
Ausgrenzungen durch Mitschüler kam, erfüllten
wir ihr den großen Wunsch, Reitunterricht nehmen zu dürfen. Was
mit zweimal wöchentlichem Reiten begann, wurde zur großen Liebe.
Der Reiterhof ist ihre Wohlfühloase geworden und das kommt ihr ganz
besonders zugute. Sie sieht das Pferd nicht als Statussymbol, sondern als
Freund und reitet nie mit Gerte oder Sporen, sondern empfindet das Pferd
als Partner und es funktioniert! Er verzeiht ihr geduldig die gestörte
Impulskontrolle, die ihm sicher so manches Mal im Maul weh tut. Ein Pferdeherz kann man
nicht kaufen - aber verdienen - und das hat sie bei ihrem Pony
geschafft. Es wird geputzt, gestriegelt, massiert, Hufe werden ausgekratzt
und geschmust. Oft steht sie bei ihm, spricht mit ihm über Gott und die
Welt, legt ihre Hände an seinen Kopf oder Hals. Dann steht auch er ganz
still, legt seinen Kopf auf ihre Schulter und genießt ... Das,
was da zwischen den beiden passiert, kann ihr keiner mehr nehmen. Momente
und Gefühle, die von Tourette nicht beeinflusst werden. Ihm ist es egal,
ob sie zuckt, das Gesicht verziehen muss oder ob sie sich räuspert,
Hauptsache sie ist da.
März 2006 Sabine,
Mutter von Miriam |